Meine Lesezeichen

Meine Events

  • Start
    Location
    End
    Language
Europäischer Erfinderpreis

Elizabeth Holmes (USA)

Finalist des Europäischen Erfinderpreises 2015

Elizabeth Holmes

Kategorie: Außereuropäische Staaten

Sektor: Medizintechnik

Unternehmen: Theranos, Inc.

Patentnummern: EP2205968, EP1662987, EP2018188

Erfindung: Vereinfachtes System für Bluttests

Wichtiger Hinweis: Elizabeth Holmes wurde 2014 für den Europäischen Erfinderpreis nominiert und im April 2015 als Finalistin bekannt gegeben. Die Nominierung und das zu Frau Holmes erstellte Material basierten auf den damals verfügbaren Informationen. Mittlerweile bestehen ernste Zweifel an der Technologie und ihrem angeblichen Nutzen, die in dem hier präsentierten Material vom April 2015 nicht zum Ausdruck kommen.

Hämatophobie – die Angst vor Blut, vor allem dem eigenen – ist sicher fest in unserem Selbsterhaltungstrieb verankert. Sie ist aber alles andere als hilfreich, wenn es um potenziell lebensrettende Bluttests geht. Angst vor einer Blutabnahme erschwert die Früherkennung des Grippevirus, an dem weltweit jährlich 250 000 bis 500 000 Menschen sterben. Eine revolutionäre Technologie der Chemieingenieurin Elizabeth Holmes und ihres Unternehmens Theranos ermöglicht Bluttests ohne Angst und Schmerzen. Ein kleiner Tropfen Blut reicht aus, um auf Grippe zu testen und zahlreiche weitere Blutwerte zu ermitteln.

Die von Theranos hergestellten Point-of-Care-Geräte entnehmen nur einen einzigen Tropfen Blut, mit dem bis zu 70 verschiedene Tests durchgeführt werden können. Damit lässt sich ein umfangreiches Blutbild in Echtzeit erstellen, das Nachuntersuchungen überflüssig macht und hohe Genauigkeit zu extrem niedrigen Kosten bietet.

Gesellschaftlicher Nutzen

Die herkömmliche Blutabnahme mit der Nadel kostet nicht nur viele Menschen Überwindung, sondern ist auch zeitaufwendig, fehleranfällig und teuer. Laut USA Today stellen amerikanische Dienstleister für Bluttests jedes Jahr 48,7 Mio. EUR (60 Mio. USD) in Rechnung. Elizabeth Holmes' Erfindung könnte den zeitlichen und finanziellen Aufwand drastisch reduzieren.

Die Erfindung macht Bluttests leichter zugänglich, nahezu schmerzfrei und wesentlich billiger - all dies könnte bewirken, dass Patienten ihr Blut früher und häufiger testen lassen. Im Fall einer Diabetikerin war es möglich, die Kosten von 711 EUR für die regulär erforderlichen Testreihen auf 28 EUR zu senken.

Interessant wären die Theranos-Lösungen vor allem für Entwicklungsländer, wo Blutuntersuchungen dringend erforderlich, aber die Kosten für Ausrüstung, Know-how und Durchführung herkömmlicher Tests unerschwinglich sind.

Wirtschaftlicher Nutzen

Theranos fing klein an, expandierte jedoch schnell. Derzeit plant das Unternehmen, seine Präsenz in zunächst 21 Filialen der US-Drogeriemarktkette Walgreens auf viele weitere der insgesamt 8 200 Standorte in den USA auszuweiten.

Auch drei Krankenhausgruppen setzen auf die Labordienstleistungen von Theranos: das UCSF Medical Center in San Francisco, Dignity Health mit Krankenhäusern in 21 Bundesstaaten und Intermountain Healthcare mit 22 Krankenhäusern in Utah und Idaho. Derzeit hat Theranos fast 200 verschiedene Tests im Programm.

Der Markt, auf dem Theranos klinische Bluttests und medizinische Laboruntersuchungen anbietet, wird Schätzungen zufolge 2017 einen Umsatz von 80,5 Mrd. EUR (ca. 98,4 Mrd. USD) erwirtschaften - 90 % mehr als heute! Theranos, dessen Wert 2014 auf 7 Mrd. EUR (9 Mrd. USD) geschätzt wurde, will preislich für jedes Verfahren maximal die Hälfte des Medicare-Erstattungssatzes ansetzen. Wenn Medicare die Dienstleistungen von Theranos im großen Stil in Anspruch nähme, ließen sich dem Magazin Fortune zufolge im amerikanischen Gesundheitswesen Milliarden einsparen.